Margay (Leopardus viedii yucatanicus)

Der Kletterkünstler

Steckbrief

Verbreitungsgebiet
Süd- und Mittelamerika: Von Süd-Mexiko bis Argentinien: Argentinien, Belize, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Ekuador, El Salvador, Französisch-Guyana, Guatemala, Guyana, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Nikaragua, Panama, Paraguay, Peru, Surinam, Uruguay, Venezuela

Lebensraum
Waldgebiete von tropischem Regenwald bis zu Trockenwäldern

Nahrung
Säugetiere, vor allem Nager, aber auch Vögel, Reptilien und Amphibien

Größe
ca. 42 -79 cm (Kopf-Rumpflänge), 35 – 50 cm (Schwanzlänge),

Gewicht
ca. 2,3 bis 4,9 kg

Fortpflanzung
Tragzeit 76 -84 Tage,

Wurfgröße meist nur 1 Jungtier, selten 2

Bestand
Potenziell gefährdet, Bestand sinkend



Werde mein Pate

Die Katze mit vielen Namen Akrobat des Waldes

Der Margay gehört zu den weniger bekannten Katzenarten und trägt im Laufe der Zeit mehrere Namen. Der Begriff „Margay“ geht vermutlich auf das Wort maracajá aus einer Sprache indigener Bevölkerungsgruppen Südamerikas zurück und bedeutet sinngemäß „kleine, gefleckte Waldkatze“.

Im Deutschen ist die Art auch als Baum-Ozelot bekannt – wegen ihrer Ähnlichkeit zum verwandten, bekannteren Ozelot und ihrer stark baumorientierten Lebensweise. Ein weiterer Name ist Langschwanzkatze, denn ihr Schwanz kann in einzelnen Fällen nahezu die gleiche Länge wie die Kopf-Rumpf-Länge erreichen. Zum Vergleich: Beim Ozelot ist der Schwanz meist deutlich kürzer, in der Regel weniger als die halbe Körperlänge.


Aufteilung statt Konkurrenz

Der Margay teilt seinen Lebensraum mit mehreren anderen Katzenarten, etwa dem Ozelot oder dem Jaguarundi. Um nicht ständig in direkter Konkurrenz zu stehen, haben sich die Arten in Zeit und Raum gewissermaßen aufgeteilt: Der Margay ist vor allem nachtaktiv, während das Jaguarundi überwiegend in der Dämmerung unterwegs ist. Der Ozelot jagt seine Beute meist am Boden – deshalb nutzt der Margay vor allem die höheren Etagen der Bäume und spezialisiert sich stärker auf das Leben im Geäst.


Hochseilakrobaten

Für die Jagd in den Bäumen ist der Margay hervorragend angepasst. Sein langer Schwanz verbessert das Gleichgewicht und die Fleckung wirkt als ideales Tarnmuster im Blätterdach. Besonders beeindruckend ist die Fähigkeit, kopfüber – also mit dem Kopf voran – Bäume hinabzuklettern: eine Seltenheit unter den Katzen. Möglich wird das durch extrem bewegliche Sprunggelenke – der Margay kann seine Hinterfüße nahezu bis zu 180° drehen. So kann er sich an Ästen festklammern, sich sogar kurzzeitig daran hängen lassen und selbst auf schwankenden Lianen sicher laufen. Bei der Jagd verschafft ihm diese Kletterkunst einen entscheidenden Vorteil.


Mehr Infos zum Margay gibt es im Zootier-Lexikon.